
3D GUI
Viele Interface Designer haben sich schon mit der dritten Dimension beschäftigt.
Bis jetzt hat sie sich aber nur bei Computerspielen etabliert. Die heutige
Arbeitsumgebung ist immer noch eine zweidimensionale Schreibtischmetapher,
auf der Fenster, mit einer begrenzten Z-Eigenschaft sichtbar sind. Entweder
sie sind im Vordergrund und sichtbar, oder sie sind im Hintergrund und
teilweise oder komplett von anderen Fenstern bedeckt.
Wie Semi-3D aussieht kann man an dem Projekt Looking Glass der Firma
Sun sehen. Fenster die mit einem dicken Rand, die sich im ersten Moment
wie echte Fenster benehmen, um dann doch einklappbar, drehbar oder verkleinerbar
zu sein. OpenGL macht's möglich. Hier wurde die Fenster und Schreibtischmetapher
lediglich aufgebohrt. Eine echte dreidimensionale Benutzerschnittstelle
ist dies noch nicht. So in etwa funktioniert auch meine eigene Semi-3D
Benutzschnittstelle die ich programmiert habe. Fenster in einem dreidimensionalen
Raum, stets dem Betrachter zugewandt. Die Fenster sind auf allen Achsen
beliebig verschiebbar. Die Fenster können nur im Kreis um den Betrachter
bewegt werden. Die Steuerung dieser Fenster geschieht durch die linke
Maustaste (Klick und Ziehen für Verschieben auf der X- und Y-Achse), Doppelklick
für Heranholen und Arbeiten mit dem Fenster. Die rechte Maustaste (Klicken
und Ziehen) bewegt das Gesichtsfeld des Beobachters. Das Mausrad dient
dazu das angewählte Fenster auf der Z-Achse auszurichten. Die Eingabe
ist so intuitiv und simpel wie möglich gehalten. Von einem beliebigen
Verschieben durch den Raum, ohne die Fenster auf den Betrachter auszurichten,
habe ich bewusst verzichtet. Zu schwer ist es Objekte durch einen »echten«
dreidimensionalen Raum zu manövrieren. Einen wirtschaftlichen Sinn hätte
dies zudem auch nicht gehabt. Sinn war es, die Z-Achse insoweit aufzubohren,
um auf kleinen Bildschirmen so viele Fenster wie möglich ablegen zu können,
ohne den Überblick zu verlieren. Die heutige Verwendung der Taskbar als
Fensterverwaltung ist somit überflüssig. Die einzigste Verwendung ist
momentan nur das Starten der Programme.
Durch die Verwendung der optischen Verkleinerung der Fenster in der Tiefe
und der Möglichkeit, daß der Benutzer in diesem 3D-Raum sich um sich selber
drehen kann, wird eine riesige Arbeitsfläche geschaffen, wie sie heute
nur (ansatzweise) mit mehreren Monitoren (DualHead) um einen Arbeitsplatz
geschaffen werden kann. Als Metapher wählte ich, statt einem Schreibtisch,
einen Himmel, an dessen Horizont die Sonne auf und untergeht. Gegen Abend
geht die Sonne unter und verschwindet am Horizont. Durch diese Spielerei
soll der Benutzer ein Gefühl bekommen wieviel Zeit während der Arbeit
vergeht.
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